Jusos: Bildung = Kernfrage sozialer Gerechtigkeit

Veröffentlicht am 15.09.2008 in Bildung

Zukunft der Kinder sollte nicht vom Geldbeutel der Eltern abhängen

Das Bildungssystem in Bayern bezeichnete Daniel Süß, Juso-Unterbezirksvorsitzender und Landtagslistenkandidat der SPD, als "Selektionssystem", das bereits im Kindesalter greife. Er eröffnete am Freitagabend die Informationsveranstaltung der Jusos im Landshuter Hof mit dem Thema: "Abitur - wie geht's weiter?". Hauptreferent war MdL Wolfgang Vogel, stellvertretender Vorsitzender im Ausschuss für Hochschule, Forschung und Kultur. Dieser prophezeite eine Schieflage an Hochschulen und Gymnasien, da die gesamte Bildungspolitik in die falsche Richtung laufe. Bildung dürfe nicht vom Geldbeutel der Eltern abhängen, waren sich die SPD-Politiker einig.

Foto: stellv. Vorsitzender im Ausschuss für Hochschule des Bayerischen Landtags, MdL Wolfgang Vogel mit Juso-Unterbezirks-Vorsitzenden und Landtagslistenbewerber Daniel Süß

Seine These, dass das bayerische Bildungssystem ein Selektionssystem sei, untermauerte Daniel Süß mit Argumenten. Bayern verfüge bundesweit über die geringste Anzahl von Kinderkrippen und Ganztagsbetreuung, in der Grundschule verschärfe sich die Selektion. Die Studiengebühren von rund 1 200 Euro pro Jahr schreckten zudem viele von einem Studium ab, so Süß weiter, so dass die Wirtschaft den Bedarf an hoch qualifizierten Arbeitskräften bald nicht mehr decken könne. Süß steckte die Ziele klar ab: flächendeckende Angebote zur Ganztagsbetreuung, kleinere Grundschulklassen mit gezielter Förderung sowie die Abschaffung der Studiengebühren. Das Bildungssystem in Bayern sei chronisch unterfinanziert, deshalb fordere die SPD eine "Bildungsmilliarde" ein, unterstrich Landtagskandidat Reinhold Perlak. Überfüllte Klassen, Unterrichtsausfall und weitere Faktoren führten dazu, dass jeder fünfte Schüler in die Hartz- IV-Karriere geschickt werde.

Das Thema Bildung gehe jeden an, da es eine Grundsatzfrage sei, konstatierte Wolfgang Vogel zu Beginn seiner Ausführungen. Bildung sei die Kernfrage sozialer Gerechtigkeit und dürfe nicht an folgendem Szenario orientiert werden: "Wer zahlen kann, der lernt was." Wenn die Hälfte der Fünftklässler in den Gymnasien das Abitur nicht ablegen, dann sei dies auf das Auslesesystem zurückzuführen. Bildung werde zunehmend den Marktkriterien unterworfen, müsse aber ein Gut bleiben, das allen kostenfrei zur Verfügung steht.

Der Freistaat ziehe sich zunehmend aus der Finanzierung der Hochschulen zurück, sogenannte Drittmittel kämen auch aus der Wirtschaft, die dann auch die Ausrichtung mitbestimmten. Deutschland werde weiter abrutschen, da nur 20 Prozent einen Studienabschluss erreichen. Das Wirtschaftswachstum sei dort am höchsten, wo in Bildung investiert wird, wurde Vogel deutlich.

In seiner Funktion als ehemaliger Gymnasiallehrer gab Vogel einige Denkanstöße, so solle derjenige studieren, der neugierig auf ein Studium sei und Freude am Lernen aufbringe. Die SPD fordert eine gleichrangige Behandlung auf der Hochschulebene sowie deren Durchlässigkeit. Die Novellierung des BaföG sei ebenfalls dringend notwendig, hier müsse der Bund kräftig nachlegen. Den Problemen der leeren Hauptschulen und der vollen Realschulen wolle die SPD mit einer Regionalschule begegnen, die beide Schultypen unter einem Dach vereine, beantwortete Wolfgang Vogel eine konkrete Frage. Die Regionalschulen seien notwendig, da sich der Mittlere-Reife-Zug im städtischen Bereich nicht durchsetze.
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