„Die Zeit ist reif“

Veröffentlicht am 17.09.2008 in Regionalpolitik

SPD-Arbeitskreis Labertal in Wallkofen gegründet
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Landtags-Kandidaten als Paten
Region Labertal: Im Beisein der Landtagskandidaten Ruth Müller, Reinhold Perlak, Daniel Süß und Jochen Wahnschaffe (MdL) gründeten die SPD-Ortsvereine aus der Region am Mittwoch einen eigenen Arbeitskreis. Als Bindeglied zwischen den Stimmkreisstrukturen der vier Landkreise will der Arbeitskreis für die Menschen in der Region Labertal tätig sein. Eine Vielzahl an Themen wurden bei der Gründungsversammlung im Gasthaus Karl in Wallkofen angesprochen.

Josef Bergbauer, 2. Vorsitzender des einladenden SPD-Ortsvereins Geiselhöring begrüßte die anwesenden Genossen aus der Region Labertal und stellte kurz den Ortsverein Geiselhöring vor. Rainer Pasta moderierte den Abend und untermauerte den „1. Eindruck“, der seines Erachtens allen in bester Erinnerung bleiben wird. „ Eine SPD-Versammlung in Wallkofen, direkt an der Grenze zwischen Niederbayern und der Oberpfalz, ein fast volles Wirtshaus, SPD-Plakate an den Wänden und eine Reihe interessierter und tatendurstiger SPDler – was kann man mehr erwarten“. Und tatsächlich: Vertreter aus acht Ortsvereinen (Pfeffenhausen, Langquaid, Schierling, Mintraching, Aufhausen, Mallersdorf-Pfaffenberg, Geiselhöring und Leiblfing) waren anwesend, drei Ortsvereine (Rottenburg, Neufahrn und Hainsbach) sicherten ihre Teilnahme zu, mussten aber aus terminlichen Gründen entschuldigt werden, vier Landtagskandidaten und eine Bezirkstagskandidatin repräsentierten die SPD in der Region Labertal.

Grund der Zusammenkunft war die Gründung eines SPD-Arbeitskreises Labertal, der einzelne Bestrebungen ortsübergreifender Zusammenarbeit in der Region auf eine breitere Basis stellen soll. „ Zwischen den landkreisweit organisierten Parteistrukturen in der Region Labertal klafft ein riesiger weißer Fleck und hier leben nicht weniger als 80.000 Menschen“, so Pasta weiter. Nach der Zerstückelung der Altlandkreise Mallersdorf und Rottenburg wurde das Labertal zur Grenzregion zwischen den Landkreisen Straubing-Bogen, Regensburg, Kelheim und Landshut, dazu kam die Bezirksgrenze zwischen Niederbayern und der Oberpfalz. Jeder Gemeinde in der Region weiß über die Nachteile dieser Grenzlage, wie sich bei der weiteren Vorstellungsrunde zeigte. Auch die Trennung des ehemaligen SPD-Bezirks Niederbayern/Oberpfalz zerstörte viele Kommunikationswege und gemeinsame Aktivitäten. Diesem Missstand will der neue Arbeitskreis Labertal entgegenwirken und als Bindeglied zwischen den offiziellen Parteistrukturen in den Landkreisen fungieren.

„Man muss das Rad nicht jeden Tag neu erfinden“
Während die Ortsvereine sich zur Gründung des Arbeitskreises äußerten, wurde schnell klar, dass die zukünftigen Themen weitläufig und vielfältig strukturiert sein werden. Verkehr, Schule und Bildung, Jugend- und Seniorenarbeit oder kommunale Daseinsvorsorge stellten sich als die zentralen Tätigkeitsfelder heraus. Hier will der Arbeitskreis die Menschen in der Region mit all ihren Sorgen und Problemen abholen und gemeinsame Lösungsansätze bieten. Ein engmaschiges Netzwerk soll hierbei beispielhafte Lösungen finden und kommunizieren. „Man muss das Rad nicht jeden Tag neu erfinden – von guten und erfolgsversprechenden Antworten auf die drängenden Fragen unserer Zeit können wir in der Region nur alle profitieren“, brachte es einer der Anwesenden auf den Punkt.

Kandidaten als Geburtshelfer
Als „Geburtshelfer“ des Arbeitskreises Labertal begrüßte Rainer Pasta anschließend die Landtags- und Bezirkstagskandidaten und erteilte ihnen das Wort für eine kurze Stellungnahme zur Entwicklung des ländlichen Raumes, wie die SPD ihn sieht.
Ruth Müller, Direktkandidatin für den Stimmkreis Landshut, präsentierte sich als junge, erfahrene Kommunalpolitikerin, die das Thema Bildung und hier vor allem die Bildungsgerechtigkeit ansprach. „Ich habe einen Sohn, der jetzt in die 3.Klasse geht. Ich erlebe es persönlich was es heißt, wenn Leistungsdruck und Bildungschancen, die auf dem Geldbeutel der Eltern basieren, die Schule prägen. Selbst im Landkreis Landshut sind die Übertrittsquoten auf dem Land viel zu gering, um von Gerechtigkeit zu sprechen“, so die Kandidatin. Ruth Müller erwartet von dem neuen Arbeitskreis, dass „mit guten Ideen und einem guten Netzwerk“ in der Alltagspolitik zum Nutzen der Menschen in der Region etwas erreicht werden kann – „die Zeit ist reif“.

Reinhold Perlak, Direktkandidat für den Stimmkreis Straubing-Bogen und ein absoluter Profi in Sachen Kommunalpolitik und Wirtschaftskompetenz, bestätigt die Entwicklung, dass der ländliche Raum gegenüber den Ballungszentren abgehängt wird. „Wenn auf dem Land die Infrastruktur wegbricht, wenn die Geschäfte schließen, wenn das Gasthaus zumacht – ja wenn dann auch noch die Schule verschwindet, dann hat das weitreichende Folgen für die Menschen an sich.“ Perlak sieht in der engen, interkommunalen Zusammenarbeit einen Hebel, den es anzusetzen gilt um die Lebensqualität vor Ort zu erhalten. Der Listenkandidat für Straubing-Bogen, Daniel Süß aus Leiblfing, erwartet von dem neuen Arbeitskreis Zukunftskonzepte für mehr Arbeitsplätze. „Nach der Wahl werden wir erfahren, in welch schwerer Krise die Automobilindustrie steckt. Für uns vor allem interessant die Positionierung von BMW im Markt. Schon heute zeigen sich erste Einschnitte, die die ganze Region erschüttern werden, da hilft es auch nichts, wenn Ministerpräsident Beckstein für jeden 2 Maß Bier springen lässt.“

Der Kandidat für Regensburg, Jochen Wahnschaffe (MdL) berichtete, dass die Gemeinden in der Region mehr und mehr Probleme haben ihre Bauplätze an den Mann (oder die Frau) zu bringen. „Ja, es geht sogar so weit, dass viele ältere Menschen in die Stadt ziehen, weil sie dort eine bessere Versorgung im Alter erwarten. Schauen wir uns doch um: Schulen, ÖPNV oder die Staatsstrassen – Defizite, wohin man blickt.“ Auch Wahnschaffe sieht in der Positionierung in der Region eine gute Möglichkeit, die Nachteile auszugleichen.

„Vorsicht! Kinder!“
Moderator Rainer Pasta fokussierte die angesprochenen Themenblöcke im Hinblick auf die kommenden Wahlen mit einige anschaulichen Beispielen. „Die Unterschiede in der Schul- und Bildungspolitik können nicht besser dargestellt werden, als im Umfeld der Grund- und Hauptschule in Geiselhöring: Während die SPD die Klassenstärken, die Bildungsmisere und die Studiengebühren thematisiert, hat die CSU nur eine alles erklärende Antwort: “. Auch die amtierenden Volksvertreter überzeugen in der Region wenig. „Dass Abgeordneter Josef Zellmeier in München anders abstimmt, als er den Menschen in der Region verspricht, darf doch nicht wirklich jemanden überraschen. Aber dass der bisherige Bürgermeister von Geiselhöring, F.X.-Stierstorfer von den Freien Wählern, der in den vergangenen Jahren jegliche Entwicklung der Region Labertal aus persönlichen Gründen torpediert hat, sich nun auf seinem Flyer als des Labertals präsentiert, schlägt dem Faß den Boden aus – hier gilt es genau hinzuschauen, wem man am 28. September seine Stimme gibt.“ An die Bezirkstagskandidatin Irene Ilgmeier aus Strasskirchen, die sich ebenfalls in der Runde vorstellte gerichtet, erklärte Pasta: „Da darf man sich als Labertaler nicht täuschen lassen. Da wählen wir doch lieber unsere Irene Ilgmeier in den Bezirkstag auch wenn sie nicht aus dem Labertal kommt – aber sie meint es ehrlich mit den Menschen und das zählt.“

Als Zeichen für die neue Zusammenarbeit übermittelte Ruth Müller den Anwesenden und ihren Mitkandidaten eine Einladung des Ortsvereins Neufahrn, gemeinsam am 25. September einen entsprechenden Wahlkampftermin wahrzunehmen. Der SPD-Ortsverein Langquaid lud anschließend zur nächsten Arbeitskreissitzung Ende Oktober ein, bei der die praktischen Umsetzungen der Gründungsbeschlüsse angegangen werden. Abschließend bat Rainer Pasta zum gemeinsamen Foto mit den Kandidaten. „Damit Ihr Euch immer an die Patenschaft für unseren Arbeitskreis erinnert!“

 
 

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