15.12.2016 in Presse

Nachwuchsförderung nach SPD-Art: Talentierte ausbremsen

 

Mit Johanna Uekermann hat die Partei eines ihrer wenigen jungen Nachwuchstalente im Wahlkampf für den Bundestag ausgebootet.

Die SPD hat in ihrer Aufstellungsversammlung für die Bundestagsliste eine ganz spezielle Art der Nachwuchsförderung betrieben. Die Delegierten platzierten die Bundesvorsitzende der Jusos, Johanna Uekermann, so weit hinten auf der Liste, dass sie kaum eine Chance haben wird, in den Bundestag einzuziehen. Uekermann ist aber ein Talent, von denen die Bayern-SPD nicht gerade viele hat, und könnte als junge Frau neue Wählerschichten ansprechen. 

Dass es nicht geklappt hat, liegt an taktischen Fehlern, die Uekermann selbst, aber auch der bayerische SPD-Chef Florian Pronold begangen haben. Ihr größter Irrtum war, den Regionalproporz zu unterschätzen. Niederbayern stellt schon drei Abgeordnete, obwohl der Bezirk nach der Zahl der Wahlkreise eigentlich nur ein Recht auf zwei hätte.

Es wäre einem Wunder gleichgekommen, wenn die anderen SPD-Bezirkschefs mit Uekermann sogar noch eine vierte Niederbayerin akzeptiert hätten, und das auch noch auf Platz vier, der den Schwaben vorbehalten ist.

Uekermann hätte wohl nur dann eine theoretische Chance gehabt, wenn sie gegen Rita Hagl-Kehl, die Abgeordnete aus Pronolds Heimatstadt Deggendorf, kandidiert hätte. Sie belegt den sicheren Platz 16. Eine Kampfabstimmung wäre aber ein Affront gegenüber Hagl-Kehl gewesen, den Pronold wohl nicht gerne gesehen hätte. Seine Unterstützung für Uekermann wirkte deshalb halbherzig.

Auch er geht beschädigt aus der Aufstellungsversammlung hervor, da sich die Delegierten seinem Vorschlag verweigerten, Uekermann wenigstens auf den halbwegs aussichtsreichen Platz 22 zu setzen. Am Ende hat die SPD also nicht nur ein Nachwuchstalent ausgebremst, sondern auch ihren Chef geschwächt. Ein ziemlich schlechter Start in den Wahlkampf.

Von Lisa Schnell

Quelle: sueddeutsche.de

http://www.sueddeutsche.de/bayern/bundestagswahl-nachwuchsfoerderung-nach-spd-art-talentierte-ausbremsen-1.3290894

Bildquelle: sueddeutsche.de

 

13.12.2016 in Allgemein

Stellungnahme Johanna Uekermanns zur Landesvertreter*innenversammlung am 11.12.2016 in Nürnberg

 

Auf ihrer Facebook-Seite schreibt Johanna Uekermann nach der Landesvertreter*innenversammlung:

„Die BayernSPD hat mich heute auf den aussichtslosen Platz 26 der Landesliste gesetzt. Mich ärgert dieses Ergebnis. Ich bin aber vor allem maßlos enttäuscht von der BayernSPD. Noch mehr von den meisten Bezirksvorsitzenden. Trotz Zusagen zur Unterstützung meiner Kandidatur, trotz einem klaren Votum im Landesvorstand für Platz 22, trotz großer Kompromissbereitschaft von Seiten der Jusos, war kein Konsens mit einigen von ihnen möglich.

Eine Landesliste aufzustellen, in der nichts außer Regionalproporz zählt, ist schlicht verantwortungslos. Eine Landesliste aufzustellen, die bekannte und klar profilierte Personen übergeht, ist die falsche Antwort auf die Herausforderungen, die mit der nächsten Bundestagswahl vor uns liegen. Diese Liste ist wieder eine vertane Chance der SPD in Bayern.

Was diese Liste und das Verfahren für mich und mein Engagement für die BayernSPD bedeuten, werde ich mir in den nächsten Tagen überlegen müssen.

An der Stelle deshalb nur so viel: Ich will mich bei allen Jusos, die in den letzten Wochen und Monaten mit mir gemeinsam gekämpft haben, bedanken. Ganz besonders bei Tobias Afsali!

Eure Unterstützung und eure Solidarität hat mir die letzten Wochen den Rücken gestärkt. All das, werd ich euch so schnell nicht zurückgeben können. Aber ich bin enorm dankbar, dass es so viele großartige Leute bei den Jusos gibt. Danke!“

 

Offizielle Pressemitteilung:

FATALES SIGNAL IN BAYERN

Zu dem Ergebnis der Landesvertreterversammlung der BayernSPD erklärt die Juso-Bundesvorsitzende Johanna Uekermann:

„Die bayerische SPD hat mit der heutigen Listenaufstellung eine Bankrotterklärung abgegeben. In Nürnberg hat sich gezeigt, dass alleine der Regionalproporz zählt und ihm alles andere untergeordnet wird.

Ich habe mich im Vorfeld intensiv um eine Einigung für eine Liste der BayernSPD bemüht. Ich habe mich bereit erklärt, weit nach hinten zu gehen, um amtierende Mandatsträger abzusichern. Alle diese Angebote sind aber von einigen Bezirksvorsitzenden abgelehnt worden. Und das, obwohl mir alle zugesagt haben, meine Kandidatur zu unterstützen.

Auf den Beschluss des Landesvorstands mit 18 zu 9 Stimmen, mich auf Platz 22 zu setzen hat eine Mehrheit der Bezirksvorsitzenden angekündigt, das nicht akzeptieren zu wollen. Heute morgen haben fünf von sieben Bezirksvorsitzenden ihre Delegationen darauf eingeschworen, mich von Platz 22 abzuwählen. Erst daraufhin habe ich mich entschlossen, meine Kandidatur für einen Platz unter den ersten fünf, den von den Jusos Bayern angekündigten Anspruch, anzumelden.

Die BayernSPD hat mit der heutigen Entscheidung ein fatales Signal gesetzt. Sie hat demonstriert, dass es ihr nicht um inhaltliches Profil geht, nicht darum, mit bundesweit bekannten Persönlichkeiten anzutreten und auch nicht darum, die Jusos als Vertreter der Jugend in der SPD auf der Liste zu repräsentieren. Mit dieser Haltung haben gerade die Bezirksvorsitzenden einen großen Schaden angerichtet.“

 

13.12.2016 in Presse

Schlechter Listenplatz für Tochter: Uekermann legt SPD-Ämter nieder

 

Heinz Uekermann ist nur noch bei der SPD, weil ihn seine Tochter Johanna gebeten hat, nicht auszutreten. Sie ist auch der Grund für den tiefen Groll, den Uekermann seit dem Wochenende gegen seine Partei hegt, der er 50 Jahre lang treu gedient hat. Denn am Samstag scheiterte Johanna Uekermann als SPD-Listenkandidatin für die Bundestagswahl 2017 am Regionalproporz. Anstatt der Bundesvorsitzenden der Jusos einen aussichtsreichen Listenplatz zu gewähren, wurde die 29-Jährige nach hinten durch gereicht und auf Platz 26 verbannt - schier unmöglich, so in den Deutschen Bundestag einziehen zu können.

Stattdessen wurden die aussichtsreichen Plätze nach Regierungsbezirkszugehörigkeit verteilt - und da Niederbayern mit Listenanführer und Landesvorsitzenden Florian Pronold und den amtierenden MdBs Christian Flisek und Rita Hagl-Kehl bereits drei Amtsinhaber namhaft zu platzieren konnte, ging die Juso-Vorsitzende leer aus. Eine Tatsache, die ihre Eltern nicht verwinden können: Ihre Mutter trat noch am Samstag aus der SPD aus, ihr Vater hat inzwischen alle Parteiämter bis auf den Fraktionsvorsitz im Kreistag von Straubing-Bogen niedergelegt, wie er der PNP auf Anfrage bestätigte.

Heinz Uekermann gab seine Ämter als Vorsitzender des SPD-Unterbezirks Straubing, als Mitglied des SPD-Landesvorstands und als Ortsvorsitzender der SPD Mitterfels ab. Ausgetreten aus seiner Partei ist er nicht, noch nicht, wie er sagt: "Aber erledigt ist da gar nichts, dafür war der Bruch am Samstag viel zu tiefgehend. Ich bin momentan nur noch SPD-Mitglied, weil meine Tochter mich gebeten hat, nicht auszutreten."

Von Melanie Bäumel-Schachtner

Quelle: Passauer Neue Presse (PNP)

http://www.pnp.de/nachrichten/bayern/2328548_Schlechter-Listenplatz-fuer-Tochter-Uekermann-legt-SPD-Aemter-nieder.html

(13.12.2016)

 

13.12.2016 in Presse

Proporz geht über Erfolg

 

Wochenlang ist hinter den Kulissen geschachert worden. Ein für alle zufriedenstellendes Ergebnis war vor der Listenaufstellung der Bayern-SPD für die Bundestagswahl aber trotzdem nicht erreicht worden. Und am Schluss gab es eine große Verliererin: Johanna Uekermann.

 

13.12.2016 in Presse

Bayern-SPD zerstört Bundestagstraum der Juso-Chefin

 

Bei der Listenaufstellung der bayerischen SPD für den Bundestag landet Juso-Chefin Johanna Uekermann auf einem aussichtslosen Platz. Ihre Anspruchshaltung kam im Landesverband schlecht an.

 

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