Die Gemeinschaftsschule – eine Schule für alle Talente Die SPD zeigt ihre Bildungskompetenz

Veröffentlicht am 28.09.2011 in Bildung

Parkstetten (pas): Die „Freunde der Bildung“, wie der Referent Martin Güll sie nannte, konnte der stellvertretende SPD-Ortsvorsitzende Martin Schießwohl vergangenen Mittwoch im Café Speiseder in Parkstetten begrüßen. Eltern(-beiräte), Lehrer und Politiker diskutierten zum neuen Konzept der Gemeinschaftsschule, das der SPD-Bildungsexperte, MdL Martin Güll, vorstellte. Eingeladen hatte ihn der Straubinger Abgeordnete Reinhold Perlak, der in der Region einen Schulstandort sucht, bei dem ein Modellprojekt „Gemeinschaftsschule“ konzipiert werden kann.

Wir brauchen ungefähr zwei Jahre“, so Martin Güll, „bis wir ein maßgeschneidertes Konzept zusammen mit Kommune und Schule erarbeitet haben, letztendlich entscheiden dann die Eltern, ob sie das neue Schulsystem für ihre Kinder und ihren Wohnort haben wollen – oder nicht. Entweder schwenkt die CSU um, oder wir werden die Regierung in Bayern mitübernehmen. Auf jeden Fall wird der Faktor Bildung die kommende Wahl maßgeblich entscheiden. So oder so wird die ‚Gemeinschaftsschule’ eine Option werden – die 15 Gemeinden die sich heute schon darauf einlassen, können 2013 voll durchstarten!“

„Die Schülerzahlen sinken dramatisch, immer mehr Eltern schicken ihre Kinder auf Gymnasium und Realschule. Die vielbeschworene Mittelschule kann den Trend nicht umkehren. Dieses Schicksal teilen viele bayerische Kommunen – auch im Landkreis Straubing-Bogen. Im Gegensatz zu anderen, die immer noch auf die Wirkkraft der Mittelschule mit ihren Schulverbünden hoffen, sollen Eltern und Gemeindevertreter bei uns einen eigenen Weg in die Zukunft gehen. Die SPD hat nicht umsonst die höchste Bildungs-Kompetenz in Bayern“, so Reinhold Perlak in seiner Einführung.

„Die Landtags-SPD beantwortet diese Herausforderungen an eine zukunftsweisende Schulpolitik mit ihrem Konzept der Gemeinschaftsschule - als ergänzende Schulart in Bayern“, so MdL Martin Güll zu Beginn seiner Ausführungen. Die Gemeinschaftsschule solle als Ganztags-Schule angeboten werden und alle Schularten vereinen. Sie werde Realschulen und Gymnasien nicht ersetzen,
sondern eine Alternative zum bestehenden Schulsystem bieten. Eine regionale Gemeinschaftsschule sei als Alternative machbar – auch in den meisten unserer Gemeinden. Wenn man sich für dieses Modell entscheide, dann könnten in den hervorragend ausgestatteten Schulhäusern Kinder und Jugendliche in den nächsten Jahren, ja Jahrzehnten weiter lernen. Je nach Zustimmungsrate der Elternschaft für dieses Schulmodell könne eine 3-4-zügige Sekundarschule im Anschluss an die Grundschule aufgebaut werden, so der SPD-Bildungsexperte.

„Die Gemeinschaftsschule ist keine Einheitsschule, sondern eine Schule der Zukunft“, erklärt Martin Güll bestimmt. "Ein neues Schulkonzept hat keinen Sinn, wenn es nicht offensichtliche Vorteile bringt. Die von uns gewollte Gemeinschaftsschule bringt den Kindern bessere wohnortnahe Bildung und hilft den Kommunen – vor allem auf dem flachen Land – ihre Schulstandorte zu erhalten. Die Schule am Ort ist ein wichtiger Standortfaktor – ist sie weg, dann hilft auch kein neues Baugebiet, keine Strukturprogramme". Die SPD setze sich für gleiche Bildungschancen für alle ein. Das dreigliedrige Schulsystem in Bayern werde diesem Anspruch schon lange nicht mehr gerecht. Deshalb seien integrative Schulen wie die Gemeinschaftsschule notwendig, in denen die Schülerinnen und Schüler länger gemeinsam lernen könnten und in denen ihre individuellen Fähigkeiten optimal gefördert würden. Kinder und Jugendliche sollten dabei wohnortnahe Schulen vorfinden, in denen die bestmöglichen Bildungsabschlüsse angeboten werden könnten. „Die individuelle Förderung rückt in der Gemeinschaftsschule in den Vordergrund und ermöglicht ein Lernen ohne Brüche und ohne Druck, in einer Kultur des Miteinanders. Sie bietet wohnortnah alle Bildungsgänge: den Hauptschulabschluss, den Quali, den echten Realschulabschluss und den Übertritt in die gymnasiale Oberstufe und schließlich das Abitur", so Güll.

„Wenn sie eine gute Schule vor Ort haben wollen, dann müssen sie mit uns dafür kämpfen“, so die Aufforderung der beiden SPD-Abgeordneten an die Eltern. „Die Gemeinschaftsschule steht für ein gerechteres Bayern mit gleichen Bildungs- und Zukunftschancen für Alle. Die innovative Schulform hat noch einen weiteren Vorteil: Sie ist keine Schule, die von oben verordnet wird, sondern vor Ort mit Kindern, Eltern, Lehrern, Vertretern der Schulen und Arbeitgebern diskutiert und individuell angepasst wird“. Doch auch die Lehrer sprach Güll persönlich an: „Von Kollege zu Kollege – ein Lehrer unterrichtet kein Fach sondern Kinder. Der Beruf des Lehrers wird sich ändern“. Der Lehrer bleibe zwar Bezugsperson und Lernbegleiter für seine Schüler, er werde aber auch Gastgeber und fachlicher Berater für seine Schüler, die auf dem Wege durch die Klassen entsprechend Wissen ansammeln und einüben müssten. „Stellen Sie sich ein Kind vor, dass den Lernstoff, je nach seinen Möglichkeiten, in einen Rucksack packt, den es bis zum entsprechenden Abschluss mitführen kann. Wir als Lehrer leisten dazu die bestmögliche Hilfestellung. Sicherlich eine Herausforderung, aber dazu werden wir aus- und weitergebildet.“ Anschließend erklärte der ehemalige Schulleiter die Grundzüge des kooperativen Unterrichts, wie in die Gemeinschaftsschule anbieten werde.

„Die Schule muss am Ort bleiben! Die Eltern wollen die bestmögliche Schule für ihre Kinder, die Lehrer einen modernen und erfolgsorientierten Unterricht, die Bürgermeister Planungssicherheit und die Schule als Standortfaktor – denn eine Kommune ohne Schule hat schon verloren“ so Kreisrat Alfred Schießwohl in der anschließenden Diskussion. Hier war vor allem die zukünftige Lehrerrolle ein Thema. Martin Güll stellte erneut klar: „Mit der Gemeinschaftsschule machen wir Schule für Kinder mit Lehrern, die das können. Die schrittweise Einführung des neuen Konzepts erhält den Lehrern zwar noch für Jahre das aktuelle System, doch wer sich – auch als Lehrer – den Anforderungen der Zukunft nicht anpassen kann oder will, der bleibt auf der Strecke“. „Auf jeden Fall eine spannende Herausforderung“, so Martin Schießwohl am Ende der Veranstaltung, „zu der die SPD in Bayern Schüler, Eltern und Lehrer zum Mitmachen einlädt.“

 
 

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