Veranstaltung zum Bundesfreiwilligendienst für Senioren

Veröffentlicht am 06.05.2012 in Soziales

Im Gespräch mit H. Draxinger und Frau Fürst, BR

Mit dem Ende der Wehrpflicht fiel auch der Wehrersatzdienst weg. Eine Tatsache, die für viele Sozialdienste – aber auch für viele Jugendliche – zu großen Problemen führte. Die Sozialdienste, die seit vielen Jahren mit Hilfe der Ersatzdienstleistenden trotz ständiger finanzieller Kürzungen ihre Angebote und die Versorgung der Menschen z.B. beim Essen auf Rädern aufrecht halten konnten. Für die Jugendlichen, die mit der Ersatz-Dienst Zeit den Übergang von Schule zu Ausbildung oder Studium überbrücken konnten, die sich aber auch einen Einblick in die Sozialarbeit verschaffen konnten, um damit auch ihre Berufswahl zu verifizieren.
Sehr zeitnah wurde daher der Bundesfreiwilligendienst (BuFDi) durch die Bundesregierung eingeführt. Dieser unterscheidet sich vom Wehrersatzdienst zum Einen durch die Dauer, zum Anderen dadurch, dass er von allen Altersgruppen geleistet werden kann. Grund genug für SPD 60plus, in einer Informationsveranstaltung zu klären, ob der BuFDi auch für die Gruppe der Älteren geeignet ist, die sie vertritt.

60plus Vorsitzende Irene Ilgmeier hatte daher den Berater für den Bundesfreiwilligendienst beim Bundesamt für Familie in Passau, Herrn Albert Draxinger am vergangenen Mittwoch eingeladen, in einer Veranstaltung im Sturmkeller über den BuFDi für Senioren zu informieren und auch für Fragen zur Verfügung zu stehen und zeigte sich sehr dankbar über dessen Bereitschaft, dafür zur Verfügung zu stehen. Aufmerksame Zuhörerin an diesem Nachmittag war auch Frau Birgit Fürst vom Bayerischen Rundfunk.

Für den BuFDI gebe keine Altersgrenze nach oben, so Herr Draxinger. Die mögliche

Dauer reiche von 6 bis 18 Monate, als Vergütung werde ein Taschengeld von bis zu 336 € (6% der Renten Bemessungsgrundlage) gezahlt, evtl. kämen noch Unterkunft und Verpflegung hinzu, dies sei jeweils Verhandlungssache. Außerdem werde für die Dienstleistenden Renten- und Krankenversicherung bezahlt. Der BuFDi werde in der Regel in Vollzeit geleistet, in Teilzeit aber mit mindestens 20 Stunden in der Woche und sei nach 5 Jahren wiederholbar. Die Einsatzstellen erhalten von der Bundesregierung eine Entschädigung in Höhe von 350€. Für alle Bundesfreiwilligen seien Bildungstage verpflichtend, die über 27jährigen könnten diese frei wählbar eigen gestalten. Dafür stünden 100€/Monat zur Verfügung. Die Urlaubsansprüche seien die gleichen wie bei Hauptamtlichen, Kündigungen von beiden Seiten seien möglich.

Einsatzstellen seien alle Stellen, bei denen bisher Zivildienst geleistet werden konnte, so Herr Draxinger und Bereiche, die sich neu für diesen Dienst anmelden. Im Sozial-Bereich seien dies z.B. Kinderhorte, Rettungsdienste, Krankenhäuser (auch im Bereich Technik), im ökologischen Bereich Zoo, Naturpark, Nationalpark Bayerischer Wald, im kulturellen Bereich Theater, Museum, archäologische Ausgrabungen, beim Sport z.B. Sportvereine, Gesundheitssport, Bewegungsliga, im bereich der Bildung beispielsweise Nachmittagsbetreuung, Nachhilfe- und Integrationsprojekte. Dabei würden niemals Hauptamtliche verdrängt, dagegen spräche schon die Dauer des Dienstes.

Herr Draxinger machte deutlich, dass Rentner ihre Hinzuverdienstgrenzen beachten müssten, um keine Nachteile zu haben. Für Personen, die Erwerbsunfähigkeitsrente erhalten, sei der BuFDi nicht möglich. "Was bringt dieser Dienst den Senioren?', fragte Herr Draxinger und beantwortete diese Frage gleich selbst: "Zum Einen eine Neuorientierung nach der Erwerbsphase, in der viele in ein tiefes Loch fallen, zum Anderen eine Möglichkeit, Wissen Weiterzugeben. Darüber hinaus einen intensiven Einstieg in eine längerfristig geplante ehrenamtliche Tätigkeit. Das Ganze abgesichert durch Sozial- und Haftungsversicherung".

In der anschließenden Diskussion musste der Fachmann noch viele Fragen beantworten, aus den antworten wurde deutlich: BuFDi ist im Ausland nicht möglich, Fahrtkostenerstattung erfolgt im Rahmen des Taschengeldes, Verdienst in Teilzeit ist bis zu 190€ zu erzielen, ein Gesundheits- oder Führungszeugnis ist lediglich branchenspezifisch erforderlich. Es wurde auch deutlich, dass diese Veranstaltung zwingend eine Fortsetzung braucht, zu der auch die Dienste eingeladen werden müssen, die den Freiwilligendienst anbieten. Zur Freude von 60plus und der Vorsitzenden Irene Ilgmeier sagte Herr Draxinger auch spontan sein Wiederkommen zu. (ilg)

 
 

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